Dr. Daniel Gärtner

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Beweglichkeitstraining im Sport. Dr. Daniel Gärtner. Artikel Bayernturner 2017 Teil 1

Beweglichkeitstraining im Sport. Teil 1: Grundlagen und Hintergründe

Beweglichkeitstraining im Sport

Teil 1: Grundlagen und Hintergründe

Artikel in: Bayernturner 2017/2

von Dr. Daniel Gärtner

Durch eine Vielzahl sich teilweise widersprechender Studien stieg die Verwirrung über den Sinn oder Unsinn des Dehnens. Zudem nimmt der Hype um die Faszien immer mehr zu. Das Thema Beweglichkeit muss deshalb differenziert betrachtet werden, denn je nach Zielsetzung sind spezifische Anwendungen zu empfehlen. In diesem ersten Artikel zu dieser Thematik soll zunächst ein Überblick verschafft werden, um die Hintergründe und Grundlagen der Beweglichkeit besser zu verstehen.

 

Einführung

In diesem ersten Artikel zu dieser Thematik soll eine allgemeine Übersicht über die verschiedenen Dehnmethoden geschaffen werden, in der sowohl die Beweglichkeit als motorische Hauptbeanspruchungsform im Sport und Alltag dargestellt wird, als auch die Darstellung aktueller Forschungsergebnisse Berücksichtigung findet. In diesem Rahmen werden die verschiedenen Dehnmethoden zunächst historisch erläutert und im Anschluss differenziert erklärt. Dadurch soll aufgezeigt werden, dass die traditionelle Unterscheidung in aktives und passives, sowie statisches und dynamisches Dehnen aufgrund der vielfältigen Formen des Beweglichkeitstrainings dem heutigen Stand nicht mehr gerecht wird. […]

 

Vielfalt und Anwendung der Dehnmethoden

Wiemann (1991a, 1993), Wydra, Bös, Karisch (1991) trugen in jener Zeit wesentlich zur Aufklärung der Diskrepanz zwischen statischem und dynamischen Dehnen bei und sorgten für die Rehabilitierung des dynamischen Dehnens (Vgl. Klee, 2003, S. 87), denn das dynamische Dehnen, egal ob aktiv oder passiv angewandt, wirkt je nach Geschwindigkeit anders auf das Gewebe. Zachazewski (1999) sorgte seinem „progressive velocity flexibility programm“ für Transparenz hinsichtlich der Anwendung dynamischer Dehnmethoden, indem er diese in verschiedene Intensitätslevel und Geschwindigkeiten einteilt. Die aktiv-statischen Methoden dienen vorwiegend zur Kräftigung des Antagonisten und sind vergleichbar mit sogenannten Battements aus dem Ballett. Je nach Geschwindigkeit und Haltedauer in der Endposition wird der Antagonist bis zum Muskelversagen gekräftigt. Zeitgleich entspannt sich der Agonist (zu dehnender Muskel) und der Muskelreflex wird gehemmt. Es kommt zu einer Verbesserung der intermuskulären Koordination und das Bewegungsgefühl wird optimiert. Beim passiv-dynamischen Dehnen eignet sich der „slow short end range“ vor allem für ein lockeres „Warmdehnen“ vor einfachen Sportarten, die keine hohen Bewegungsamplituden benötigen. Der „slow full range“ wird als pumpendes Dehnen bezeichnet und sorgt für eine signifikante Erweiterung der Beweglichkeit. Durch das langsame Einnehmen der Dehnstellung wird der Muskelreflex nahezu vermieden und das Gewebe bleibt geschmeidig. Als Vorbereitung für das Turnen, Tanzen oder den Kampfsport, sowie zur Anwendung in Kombination mit anderen Methoden, ist diese Variante empfehlenswert. Beim „fast short end range“ handelt es sich um ein schnelles, oberflächliches Wippen. Dies kann unmittelbar vor Schnellkräftigen Übungen zur Aktivierung durchgeführt werden, eignet sich jedoch nicht innerhalb eines isolierten Dehnprogrammes. Das „fast full range“ Dehnen sollte nur von erfahrenden Sportler angewandt werden. Durch das schnelle maximale Wippen wird der Muskelreflex provoziert und der Tonus verhärtest sich, wodurch die Verletzungsgefahr beim Dehnen steigt. Wenn dann sollten nur wenige Wiederholungen zur Aktivierung unmittelbar vor dem Sport durchgeführt werden. […]

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Daniel Gärtner Dehnen Theraband Functional Training

 

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